Gerade noch gerettet: Hasenbabys haben jetzt Ersatzmama

Wildtiere nur in zweifelsfreien Notfällen mitnehmen

Marschik Gerhard
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Früher als erwartet wurden der Wildtierstation der PFOTENHILFE in der Grenzregion Oberösterreich/Salzburg die ersten zwei Feldhasenbabys der Saison gebracht, die jetzt mit dem Flascherl aufgezogen werden müssen. Das erste Waisenkind wurde von einer Katze in Salzburg verletzt, das andere hat leider ein gebrochenes Bein. Ein Baggerfahrer hat es im Salzburger Flachgau gerade noch unter seinem Bagger entdeckt, bevor er losgefahren ist und ist sofort zur PFOTENHILFE gefahren.

PFOTENHILFE-Geschäftsführerin Johanna Stadler: "Die Kleinen muss ich rund um die Uhr versorgen. Jetzt beginnt eine lange Saison mit wenig Schlaf und ohne freie Tage, denn die nächsten Waisenkinder werden bald vor der Tür stehen. Auch eine Amsel mit gebrochenem Flügel musste ich am Sonntagabend noch verarzten. Zu den Wildtieren, die vom zeitigen Frühjahr bis weit in den Herbst von uns gepflegt und wieder ausgewildert werden, zählen neben Hasen auch verletzte oder verwaiste Sing- und Greifvögel, Wassergeflügel, Igel, Marder, Siebenschläfer, Eichhörnchen, verschiedene Mäusearten und viele weitere."

Die Tierschutzorganisation PFOTENHILFE warnt aber davor, jedes scheinbar in Not befindliche Wildtierbaby voreilig zu "retten". Gerade bei Hasen kommt die Mutter nur ein- bis zweimal am Tag zum Stillen vorbei, die übrige Zeit sitzen sie geduckt in der "Sasse". Die PFOTENHILFE hat deshalb zur Beratung eine Hotline eingerichtet, Details dazu auf www.pfotenhilfe.at. Wenn Wildtiere allerdings durch Hunde, Katzen oder den Straßenverkehr bedroht oder gar verletzt sind, müssen sie jedenfalls gerettet werden.

Veröffentlicht am 24. Februar 2021